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	<title>meinetwegen</title>
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	<description>2005 - 2009 © Johannes Sieber</description>
	<pubDate>Fri, 01 May 2009 07:20:38 +0000</pubDate>
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		<title>Klassenkampf</title>
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		<pubDate>Fri, 01 May 2009 07:20:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
		
	<category>Overview</category>
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		<description><![CDATA[	Kürzlich hatte ich die Musse für einen DVD-Abend und fand im Regal meines Mitbewohners «Die Fetten Jahre sind vorbei» von Hans Weingartner. Zwei junge Grosstadtrevolutionäre entwickeln darin eine aussergewöhnliche Form des Widerstands gegen das etablierte Bürgertum. Sie brechen nachts in Villen ein, stellen sämtliches Inventar um, hinterlassen eine Botschaft, um anschliessend das Anwesen wieder zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Kürzlich hatte ich die Musse für einen DVD-Abend und fand im Regal meines Mitbewohners «Die Fetten Jahre sind vorbei» von Hans Weingartner. Zwei junge Grosstadtrevolutionäre entwickeln darin eine aussergewöhnliche Form des Widerstands gegen das etablierte Bürgertum. Sie brechen nachts in Villen ein, stellen sämtliches Inventar um, hinterlassen eine Botschaft, um anschliessend das Anwesen wieder zu verlassen, ohne etwas mitzunehmen.</p>
	<p>Die Deppen, denkt man anfänglich, bis man versteht: Den Revolutionären ist es ernst mit der Vision, ihr Widerstand würde Nachahmer finden und letzten Endes die Welt verbessern. Ein «A Clockwork Orange» für Warmduscher, war mein erster Gedanke und erst als die revolutionäre Volksfront durch eine Freundin zum Trio erweitert war, wurde das Motiv für den mehr oder weniger organisierten Psychoterror Wohlhabender wenigstens ein klein wenig handfester: Sie nämlich überweist dem  Topmanager Hardenberg monatlich mehrere hundert Euro, weil sie dessen Luxuswagen schrottig gefahren hatte und nicht dafür versichert war, weil sie es verschlampt hat, die Versicherungsprämie zu bezahlen.</p>
	<p>Dumm nur, dass sich das Trio ausgerechnet beim Einstieg in dessen Villa erwischen lässt. Sie sahen sich gezwungen, Hardenberg in eine abgelegene Berghütte zu entführen – notabene das Ferienhaus einer Verwandten der Antiwohlstandbewegung. </p>
	<p>Hardenberg, gespielt von Burghart Klaußner, hat eine frappante Ähnlichkeit mit dem ehemaligen deutschen Aussenminister Joschka Fischer und während man sich auf der Alm nicht ganz im Klaren darüber war, was als nächstes geschehen sollte, stellt sich heraus, dass Hardenberg dem Joschka nicht nur äusserlich gleicht, sondern auch dessen Vergangenheit hat: Aktiver 68er, Steine werfen, freie Liebe und dergleichen mehr – und schwupps war es dahin mit der Antipathie der Revolutionären.</p>
	<p>Freunde wurden die vier bis Filmende zwar nicht, doch die Moral der Geschichte fand ich bestechend: Alle verfluchen wir das Bürgertum und den Adel genau so lange, bis wir selber einmal die Chance haben, auf einer Toilette zu sitzen, die uns den Arsch mit warmem Wasser putzt.</p>
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Johannes Sieber wartet auf seine Chance. Für den Kuppler schreibt er einmal im Monat von der Banalität des Alltäglichen und hofft, damit seinen Beitrag zur Verbesserung der Welt getan zu haben.<br />
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		<title>Independent Music</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Apr 2009 07:57:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
		
	<category>Overview</category>
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		<description><![CDATA[	Als MTV noch ein Musiksender war, bestimmte er meinen Sonntag Abend. Trotz Gewerbeschule am Montag und Tagwacht um 5:50, liess ich es mir nicht nehmen, die drei besten Formate der Fernsehgeschichte in Serie reinzupfeiffen: «MTV Most Wanted» mit Ray Cokes, «120 Minuten Independent Music» mit Paul King und quasi als Bettmümpfeli den «Headbangers Ball» mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Als MTV noch ein Musiksender war, bestimmte er meinen Sonntag Abend. Trotz Gewerbeschule am Montag und Tagwacht um 5:50, liess ich es mir nicht nehmen, die drei besten Formate der Fernsehgeschichte in Serie reinzupfeiffen: «MTV Most Wanted» mit Ray Cokes, «120 Minuten Independent Music» mit Paul King und quasi als Bettmümpfeli den «Headbangers Ball» mit Vanessa Warwick.</p>
	<p>Zu dieser Zeit waren Musikvideos noch Musikvideos. Ohne SMS-Chat, 0900-Charts-Voting und anderem Blödsinn aus der «Customer Relationsship Marketingtheorie, Thema Kundenbindung». Als ich noch fernsehsüchtig war, fesselten uns die Inhalte an die Mattscheibe: Neues von Happy Mondays, The Cure oder den Beastie Boys erfuhren wir am Sonntagabend via Satellit von MTV UK.</p>
	<p>Heute gibt’s dafür Myspace und Facebook. Independend Music ist zu einer Farce verkommen. Und trotzdem erhitzen sich heute noch die Gemüter bei Gretchenfrage «Ist das Indie?»: Coldplay ist es nicht, MGMT schon gar nicht, The Coral vielleicht, Gossip nicht mehr, Goose gerade noch knapp. Warum? Man weiss es nicht.</p>
	<p>Grund dafür sind die unbestimmten Entscheidungskriterien. Es ist nicht nur eine Frage der Musik, so viel ist klar. Natürlich muss es etwas rauer sein. Ecken und Kanten sind gefragt. Etwas blurry vielleicht, jedenfalls nicht zu clean. Wäre Indie ein Teigwarengericht, es wäre Vollkorn und aldente. Apropos: In der eigenen Küche aufgenommene Alben sind auch schon mal sehr indie – egal wie es sich anhört.</p>
	<p>Wichtig auch: Der kleine Bruder sollte «es» noch nicht kennen. Und die Doofen der Klasse auch nicht. Überhaupt am Wichtigsten: Je bekannter, desto weniger Indie. Darum heisst Indie eigentlich «Ich kenne es halt schon aber du nicht, darum bin ich viel cooler als du!». Aber das will niemand hören.</p>
	<p>Jedenfalls entdeckte ich vor kurzem auf Facebook eine Gruppe «INDIE - presented by Sony BMG Switzerland». Vielleicht wird sie ja zu dem, was für uns MTV war: Refernz ins Sachen Indiependent Music.</p>
	<p>Und was würde ein Curt Cobain wohl dazu sagen?</p>
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Johannes Sieber spielt Indielektropopmusik an Parties in halb Europa. Für den Kuppler schreibt er einmal im Monat von der Banalität des Alltäglichen und hofft, damit seinen Beitrag zur Verbesserung der Welt getan zu haben.<br />
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		<title>Die Dosis macht das Gift?</title>
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		<comments>http://www.meinetwegen.ch/?p=43#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 01 Mar 2009 06:13:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
		
	<category>Overview</category>
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		<description><![CDATA[	Meine Jugend verbrachte ich im Jugendraum unserer kleinen Aglo-Gemeinde, über dessen Bar an der Wand stand, in altdeutscher Schrift: «Allein die Dosis macht das Gift». Jeder 14-Jährige, der sich zum ersten Mal in den Dachstock mit den schmuddeligen Sofas wagte, wurde vom untersetzten Jugendarbeiter auf die weisen Worte von Arzt Paracelcus aufmerksam gemacht. Es war [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Meine Jugend verbrachte ich im Jugendraum unserer kleinen Aglo-Gemeinde, über dessen Bar an der Wand stand, in altdeutscher Schrift: «Allein die Dosis macht das Gift». Jeder 14-Jährige, der sich zum ersten Mal in den Dachstock mit den schmuddeligen Sofas wagte, wurde vom untersetzten Jugendarbeiter auf die weisen Worte von Arzt Paracelcus aufmerksam gemacht. Es war als Appell an die Selbstverantwortung im Umgang mit Alkohol zu verstehen.</p>
	<p>Für uns aber war der Satz des Arztes die Legitimation zum masslosen Konsum von Cannabis. Während Paracelcus nie so genau sagen konnte, welche Dosis denn nun die richtige war, waren wir uns in der Clique nach einigen mutigen Selbstversuchen einig: Ein Gramm «Möggä» auf den Tabak einer Zigi, geraucht von zwei Personen galt als guter Einstieg in ein verhangenes Wochenende. Zwar variierte die Dosis je nach Lieferung, die eigentliche Problematik bei der Untersuchung lag aber darin, dass pro Wochenende nur ein Joint der Erste und folglich dienlich für die Messung war.</p>
	<p>Nach eben diesem Ersten begann jeweils das Wettrüsten: Zwei Gramm auf zwei Zigis, drei Gramm auf drei Zigis, wir rollten mit Endlospapier von Ripps statt in OCBs und es galt: Je länger desto fantastisch. Die Besten von uns schafften vier Gramm in vier Zigis und wir waren der Überzeugung: Paracelcus würde sich im Grab umdrehen, wüsste er, was wir in seinem Namen treiben.</p>
	<p>Was uns der Jugendarbeiter damals nicht erzählte war, dass Paracelcus und seine Weisheit im 15 Jahrhundert durch die Behandlung der Geschlechtskrankheit Syphilis bekannt wurde. Obwohl es seine Patienten reihenweise niederstreckte, hielt er stur an seiner Quecksilbertherapie fest und behauptete sie als das einzige wirksame Mittel gegen die tödlichen Bakterien.</p>
	<p>Insofern dürfte Paracelcus seit der Entdeckung von Antibiotika nichts mehr wirklich aus der Grabruhe bringen. Eine Horde kiffender Jugendlicher schon gar nicht. Man sollte sich an ihm ein Beispiel nehmen.</p>
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Johannes Sieber besuchte kürzlich die Sonderausstellung «Lust, Leid &#038; Wissen - Eine Geschichte der Syphilis und ihrer Therapie» im Pharmaziemuseum Basel. Für den Kuppler schreibt er einmal im Monat von der Banalität des Alltäglichen und hofft, damit seinen Beitrag zur Verbesserung der Welt getan zu haben.<br />
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		<item>
		<title>Breaking up</title>
		<link>http://www.meinetwegen.ch/?p=42</link>
		<comments>http://www.meinetwegen.ch/?p=42#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2009 07:56:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
		
	<category>Overview</category>
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		<description><![CDATA[	Breaking up
	Wenn Affären scheitern, geht es darum einzusehen, dass man es auch mit weiterem Investment nicht zu einem glücklichen Paar bringen würde. Das ist dann besonders hart, wenn ausgerechnet derjenige das sagt, mit dem man eben noch zum glücklichen Paar werden wollte.
	Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Die nahe liegende ist die Frage nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Breaking up</p>
	<p>Wenn Affären scheitern, geht es darum einzusehen, dass man es auch mit weiterem Investment nicht zu einem glücklichen Paar bringen würde. Das ist dann besonders hart, wenn ausgerechnet derjenige das sagt, mit dem man eben noch zum glücklichen Paar werden wollte.</p>
	<p>Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Die nahe liegende ist die Frage nach dem Warum. Sie ist der Versuch, Unerklärbares erklärbar zu machen und führt zu Diskussionen mit Fragen wie: was ist Liebe? Und wozu ist sie da? Warum leben wir und hat das Universum ein Ende? Also Blödsinn.</p>
	<p>Blödsinn auch deshalb, weil glückliche Paare sich diese Frage nicht stellen – oder sie gegebenenfalls mit einem «Darum» beantworten und anschließend guten Sex haben. Die Frage wäre also gleichzeitig die Antwort auf die Frage ohne sie wirklich zu beantworten. Anstatt sie zu stellen, könnte man eben so gut mit einem «Na, dann» dem Ende der Gemeinsamkeit zustimmen.</p>
	<p>Doch bekanntlich geht das nicht ganz so einfach. Zentral für die Einsicht, dass aus der Idee vom «Wir» wieder ein «Ich» werden soll, ist die Erkenntnis der Möglichkeiten, die sich dem «Ich» durch die neue Situation bieten. Denn naturgemäß dürften diese vom «Wir» in mehr oder weniger umfangreichem Masse begrenzt gewesen sein.</p>
	<p>Um es beim Namen zu nennen: «Ich» fragte in den letzten Wochen niemanden sonst, ob er mit mir etwas trinken oder essen, ins Kino oder tanzen gehen möchte und auch nicht, ob er mich küssen, mit mir schlafen oder falls es möglich wäre vielleicht ein Kind von mir wolle.</p>
	<p>Wäre dem nicht so gewesen und hätte sich der Unterschied zwischen «Ich» und der Idee vom «Wir» lediglich durch das Wegbleiben vom «Du» gestaltet, hätte damit unter Umständen die Frage beantwortet werden können, warum eben dieses «Du» der Idee vom glücklichen Paar keine wirkliche Zukunft zugesprochen hätte. Ab so?</p>
	<p>So bleibt die Erkenntnis der eröffneten Möglichkeiten, die manche über eine Flasche Vodka, andere mit einem Psychiater erlangen. Mir reichte dieses Mal ein Stück Papier und 2000 Zeichen.</p>
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Johannes Sieber will ihn trotz den neuen Möglichkeiten. Für den Kuppler schreibt er einmal im Monat von der Banalität des Alltäglichen und hofft, damit seinen Beitrag zur Verbesserung der Welt getan zu haben.<br />
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	</item>
		<item>
		<title>Bitte kein Buch!</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 2009 13:06:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
		
	<category>Overview</category>
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		<description><![CDATA[	Seit ich denken kann, und vermutlich schon etwas davor, habe ich ein zwiespältiges Verhältnis zu Büchern. Meine Eltern wollten mir die Welt des Buches bereits in meiner frühen Kindheit schmackhaft machen und lasen mir vor dem Einschlafen pädagogisch korrekten Geschichten aus sozialen Verlagen vor. Ganz nach dem Präventionsgedanken: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Seit ich denken kann, und vermutlich schon etwas davor, habe ich ein zwiespältiges Verhältnis zu Büchern. Meine Eltern wollten mir die Welt des Buches bereits in meiner frühen Kindheit schmackhaft machen und lasen mir vor dem Einschlafen pädagogisch korrekten Geschichten aus sozialen Verlagen vor. Ganz nach dem Präventionsgedanken: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr.</p>
	<p>Vergebens: Abgesehen von einem pubertären Schub, der mich zwischen 13 und 14 die Gesamtwerke von Hesse, Frisch und Dürrenmatt verschlingen liess, konnte und kann ich’s mit Büchern einfach nicht. Ein Buch ist ein Buch ist ein Buch: Alle sind sie mir zu dick, zu klein gedruckt und dienen im Idealfall als Ersatz für hoch dosiertes Schlafmittel.</p>
	<p>Mein belesenes Umfeld kann das nicht verstehen und empfiehlt mir heute noch Bücher oder schenkt mir gar welche zu Weihnachten. Ein wirklich guter Freund von mir sagte kürzlich: «Meine Eltern machten sich Sorgen, als ich anfing zu kiffen. Sie hätten sich sorgen machen sollen, als ich mit Lesen begann» Und er hat recht: Heute kifft er nicht mehr und nimmt auch sonst keine Drogen, liest aber in der Regel 7 Bücher auf einmal und versteckt sie voreinander unter Kissen und Kleidern, damit sie nicht voneinander erfahren, denn es würde sie eifersüchtig machen, wenn er an einem Abend in diesem, am Tag darauf im andern lesen würde. Hä?!</p>
	<p>Darum reagiere ich ungehalten auf Verlage, die ihre rückläufigen Absatzzahlen mit dem Umstand begründen, die heutige Jugend lese keine Bücher mehr und hänge nur noch im Internet rum. Entschuldigung. 99.9% des bedruckten Papiers, das zwischen grauenhaft gestalteten Buchdeckeln herausgegeben wird, würde besser direkt zu WC-Papier weiterverarbeitet, als den Weg über Postfilialen zu machen, wo sie mit einem leuchtroten Bestseller-Kleber aufgewertet werden, auf dem ebenso gut «Scheisse» stehen könnte. Und sind wir doch mal ehrlich: Alles was es zur Welt zu sagen gibt, hat in einer Kolumne wie dieser Platz.</p>
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Johannes Sieber teilt sich Wohnung und Bibliothek mit einem Oberlehrer in Deutsch und Geschichte. Für den Kuppler schreibt er einmal im Monat von der Banalität des Alltäglichen und hofft, damit seinen Beitrag zur Verbesserung der Welt getan zu haben.<br />
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	</item>
		<item>
		<title>Partytime!</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Dec 2008 07:24:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
		
	<category>Overview</category>
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		<description><![CDATA[	Kürzlich bin ich auf Facebook der Gruppe „Over 30 and still Grooving, Clubbing and Enjoying Life!“ beigetreten. Ich mag Parties so sehr wie Cäsar seine Spiele mochte und ich wage zu behaupten, dass der gesellschaftliche Stellenwert der tanzorientierten Nachtaktivität kulturpolitisch aufs Gröbste unterschätzt wird. Und ja, wäre es nicht verboten, ich würde im Rahmen erwähnter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Kürzlich bin ich auf Facebook der Gruppe „Over 30 and still Grooving, Clubbing and Enjoying Life!“ beigetreten. Ich mag Parties so sehr wie Cäsar seine Spiele mochte und ich wage zu behaupten, dass der gesellschaftliche Stellenwert der tanzorientierten Nachtaktivität kulturpolitisch aufs Gröbste unterschätzt wird. Und ja, wäre es nicht verboten, ich würde im Rahmen erwähnter Zusammenkünfte heute noch Gladiatoren aufeinander los gehen sehen wollen, anstelle der billigen Tanzperformances und den Visuals, die so wirken wollen, als wären sie auf LSD entstanden.</p>
	<p>Die wenigsten sind es sich bewusst: Eine Party ist ein organisches Gefüge und durchlebt im Verlauf einer Nacht verschiedene Phasen. Am besten gefällt mir ihr Ende. Enden von Parties sind darum unheimlich schön, weil die wenigen, die bis zum Putzlicht tanzen, sich von der Nacht nicht lösen können. Sie wippen im Gleichtakt mit der Musik ins Morgengrau und sind irgendwie eins mit sich selber und dem Promillwert Alkohol in ihrer Blutbahn. Enden von Parties sind nie agressiv. Sie haben etwas melancholisch Trauriges, etwas Intimes sogar.</p>
	<p>Im hässlichen Gegensatz dazu steht der Anfang einer jeden Party. Alle kommen später als die andern und beschweren sich, dass der Laden noch nicht voll ist. Gehemmt stehen sie herum, trinken einen Drink nach dem andern und trauen sich auch im hintersten Winkel nicht, auch nur mit dem Kopf zu wippen. Dafür braucht’s noch eine Stunde, ein paar Drinks.</p>
	<p>Manchmal traut sich ein Wagemutiger vor und wirft sich sich mitten auf den Dancefloor. Dort zuckt er vor den Augen der Gehemmten unkontrolliert vor sich hin und denkt, damit die Party lanciert zu haben. Das Gegenteil ist der Fall: Die Gehemmten sagen sich: „Nein so wie der ganz bestimmt nicht, ist ja voll peinlich!“ und pilgern nochmals an die Bar.</p>
	<p>Der Spiesbürger wird nun sagen: „Sehen Sie, diese Jugendlichen sind alle alkoholabhängig. Botellon und Alcopops und womöglich noch Sex im öffentlichen Raum. Und so was soll gesellschaftspolitisch mehr geschätzt werden?!“</p>
	<p>Ja, genau.</p>
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Johannes Sieber erklärt tanzorientiere Nachtaktivitär zur Hochkultur. Für den Kuppler schreibt er einmal im Monat von der Banalität des Alltäglichen und hofft, damit seinen Beitrag zur Verbesserung der Welt getan zu haben.<br />
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	</item>
		<item>
		<title>Speedboarding</title>
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		<comments>http://www.meinetwegen.ch/?p=39#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 01 Nov 2008 07:32:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
		
	<category>Overview</category>
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		<description><![CDATA[	Ich pendle mit Easyjet zwischen Basel und Berlin. Das ist erstaunlich, wenn man weiss, dass ich noch vor zwei Jahren unter massiver Flugangst litt und mich darum schon so gut wie damit abgefunden hatte, dass sich mein Wirkungskreis auf die Kontinente beschränken wird, die über den Landweg zu erreichen sind. Da gehört Berlin dazu, wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Ich pendle mit Easyjet zwischen Basel und Berlin. Das ist erstaunlich, wenn man weiss, dass ich noch vor zwei Jahren unter massiver Flugangst litt und mich darum schon so gut wie damit abgefunden hatte, dass sich mein Wirkungskreis auf die Kontinente beschränken wird, die über den Landweg zu erreichen sind. Da gehört Berlin dazu, wird der findige Geographiekenner jetzt sagen und hat natürlich Recht.</p>
	<p>Der Easyjet-Frequentflyer beobachtet an Gate 69 bis 83 des Flughafens Mullhouse faszinierende Szenen. Aus Gründen, die sich mir nicht erschliessen, sind die meisten Flugreisenden vom Bedürfnis besessen, das Flugzeug als erste zu besteigen. Kaum machen sich die Damen von Swissport an den Gates bereit, sammelt sich eine nervöse Gruppe Eiligbesteiger mit einem Abstand von genau dreieinhalb Metern Distanz zur Gate-Theke, wohlwissend, dass es sich eigentlich schickt, den Aufruf des Fluges abzuwarten, bis man sich vom Dutyfreeshop langsam in Richtung Gate bewegt.</p>
	<p>Bei Easyjet wurde bis vor kurzen in Boardinggruppen A bis C aufgerufen, gestaffelt nach Zeitpunkt des Checkins. First come, first save, hiess es damals. Heute macht Easyjet das Kundenbedürfnis des Erstbestiegs zu Geld und verkauft die ersten Plätze für zusätzlich 18.75 pro Strecke unter dem Label Speedboarding. Der Frequentflyer weiss: Blödsinn.</p>
	<p>Die Gruppe Speedybording wird dann auch als erste zum Gate gebeten. Die voreilig versammelten Eiligflieger treten neidvoll einen Schritt zurück und lassen die Oberschicht unter den Billigfliegern passieren. Gruppe A folgt dicht auf Speedybording und erst mit Gruppe B passieren die nervösen Eiligflieger das Gate.</p>
	<p>Nach längerer Studie und ein paar Selbstversuchen konnte ich das Phänomen begründen: Die ersten der Gruppe B schaffen es mit etwas Glück auf einen Fensterplatz, während sich alle andern irgendwo dazu setzen müssen.</p>
	<p>Ich für meinen Teil gehe heute noch alleine als Gruppe C durchs Gate. Aus dem einfachen Grund: Ich such mir meinen Sitznachbarn gerne aus. Und das geht besser, wenn man sich dazusetzt, als wenn man dazusitzen lässt.</p>
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Johannes Sieber hat keine Flugangst mehr. Für den Kuppler schreibt er einmal im Monat von der Banalität des Alltäglichen und hofft, damit seinen Beitrag zur Verbesserung der Welt getan zu haben.<br />
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	</item>
		<item>
		<title>Liebesbrief</title>
		<link>http://www.meinetwegen.ch/?p=38</link>
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		<pubDate>Wed, 01 Oct 2008 07:57:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
		
	<category>Overview</category>
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		<description><![CDATA[	Liebe Steffi. Das ist die erste Kolumne, die du unverändert drucken musst. Inklusive der verschrobenen Satzstellungen und inklusive aller Fall- und Rechtschreibefehler, vor denen du deine werte Kuppler-Leserschaft wie sonst üblich verschonst. Das kommt dir bestimmt entgegen, da die Druckerei schon auf deine Druckvorlage wartet, wenn du dieses Manuskript erhältst. Ich bin wie immer zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Liebe Steffi. Das ist die erste Kolumne, die du unverändert drucken musst. Inklusive der verschrobenen Satzstellungen und inklusive aller Fall- und Rechtschreibefehler, vor denen du deine werte Kuppler-Leserschaft wie sonst üblich verschonst. Das kommt dir bestimmt entgegen, da die Druckerei schon auf deine Druckvorlage wartet, wenn du dieses Manuskript erhältst. Ich bin wie immer zu spät. Aber wie wir wissen: gut Ding will Weile haben. Oder war es Wein?</p>
	<p>Nichts ändern sollst du aber nicht nur, weil du keine Zeit dafür hast, sondern weil das keine Kolumne ist, sondern ein Liebesbrief. An dich!</p>
	<p>Es ist Nacht, kurz vor Zwei. Ich sitze in der Küche meiner kleinen, verlotterten Bude. Mein Mitbewohner scheint vor ein paar Stunden für Gäste gekocht zu haben. Auf dem Herd stehen Pfannen, daneben stapeln sich die Teller und auf dem Tisch stehen Gläser und etliche Flaschen Wein. Leer. Es stink nach vollen Aschenbechern, doch hier ist es wenigstens einigermaßen warm. Der Herbst kam schneller als der alte Mann, der jeweils die Kohle bringt für den Ofen in meinem Zimmer.</p>
	<p>Ich bin eben von der Eröffnung der Kuppelstage-Saison nach Hause gekommen. Wieder mal ist es dir gelungen, mit Naked Raven eine Band in Basel spielen zu lassen, die einen eigentlich so gewöhnlichen Mittwochabend zu einer heiligen Nacht werden lässt. Leicht benommen sitze ich hier am Tisch. So oder ähnlich muss sich ein Buddha nach einer Überdosis Meditation fühlen. Oder ein Messediener, der bei der Messe zu nah beim Weihrauch stand. Was so ein Konzert bewirken kann&#8230;</p>
	<p>Nur schöne Menschen spielen schöne Musik, denn ihre Musik macht sie schön. Und manchmal, so kommt es mir vor, trifft das auch auf ihre Zuhörer zu. Deine Kuppel jedenfalls war heute randvoll mit schönen Leuten, die mit einem gelösten Lächeln zu den Klängen von Naked Raven wippten. Dafür, meine liebe Steffi, hast du meinen Dank und den deiner vielen Gäste, die heute und an den kommenden Abenden der Kuppelstage ihren Alltag mit heiligen Nächten bereichern.</p>
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Johannes Sieber liebt Steffi Klär für was sie tut. Für den Kuppler schreibt er einmal im Monat von der Banalität des Alltäglichen und hofft, damit seinen Beitrag zur Verbesserung der Welt getan zu haben.<br />
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	</item>
		<item>
		<title>Mir graut vor Hochkultur</title>
		<link>http://www.meinetwegen.ch/?p=37</link>
		<comments>http://www.meinetwegen.ch/?p=37#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 31 Aug 2008 22:05:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
		
	<category>Overview</category>
		<guid>http://www.meinetwegen.ch/?p=37</guid>
		<description><![CDATA[	Trotz Sommerpause führte mich meine Suche nach geistiger Zerstreuung wieder mal ins Schauspielhaus. Titel des Lustspiels in einem Akt: „Welche Kulturpolitik braucht die Region?“. In den Hauptrollen: Georges Delnon, Direktor des Hauses, Matthias Gering, Cheftexter der BaZ, Ständerätin Anita Fetz, Christoph Eymann, Vorsteher des Erziehungsdepartements und der amtierende Regierungsratspräsident Guy Morat.
	Im Publikum: Graumelierte und schütter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Trotz Sommerpause führte mich meine Suche nach geistiger Zerstreuung wieder mal ins Schauspielhaus. Titel des Lustspiels in einem Akt: „Welche Kulturpolitik braucht die Region?“. In den Hauptrollen: Georges Delnon, Direktor des Hauses, Matthias Gering, Cheftexter der BaZ, Ständerätin Anita Fetz, Christoph Eymann, Vorsteher des Erziehungsdepartements und der amtierende Regierungsratspräsident Guy Morat.</p>
	<p>Im Publikum: Graumelierte und schütter Behaarte. Wie immer im Theater, wenn nicht gerade mal wieder eine Schulklasse dazu vergewaltigt wird, Fördergelder mit Bildung zu rechtfertigen.</p>
	<p>Bereits die einleitenden Worte von Georges machten deutlich: Hier geht’s um Kohle – und nicht um wenig. In mir wuchs der Verdacht: Das hier ist kein Lustspiel, es ist ein Frustspiel. Es geht um die Wurst und deren Verteilung in Scheiben. Der Geistesblitz wird sogleich von Georges auf der Bühne bestätigt: er habe zu wenig und es werde immer weniger. Uns verbindet dasselbe Problem.</p>
	<p>Christoph meint achselzuckend, er könne seinen Michael nicht mehr verteilen lassen, als er habe  – was irgendwie einleuchtet. Niemand hat gross einen Rat, nur Präsidente Guy weiss, wo das Problem liegt: Die Landschäftler sind’s. Sie kommen hier Kultur schmarotzen und wir Städter müssen es berappen. Er will bescheidene 19 Millionen vom Nachbarn. Der – oh Wunder – macht auf taub.</p>
	<p>Die einzige, die wenigstens versucht innovativ zu sein, ist Anita. Es fehle an Strategie und an neuen Konzepten. Jammern bringe nichts, es müssen neuen Modelle für die Finanzierung geprüft werden und zwar dringend. Das findet Christoph nicht lustig, denn er müsst es tun. Und ‚dringend’ scheint schon gar nicht sein Stil zu sein.</p>
	<p>Eine Stunde ist um und mir wird klar: Die Frage hier ist nicht „Welche Kulturpolitik braucht die Region?“ die Frage ist „Wer bezahlt die Wurst, die Christoph unter den Armen verteilen lässt?“. 100 Millionen sollen es jährlich sein. 90% davon gehen an Theater und Museen. Die Hochkultur. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.</p>
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Johannes Sieber beantragt im Oktober 2008 finanzielle Unterstützung für sein Konzept zur Förderung lesbisch-schwuler Kultur in Basel. Für den Kuppler schreibt er einmal im Monat von der Banalität des Alltäglichen und hofft, damit seinen Beitrag zur Verbesserung der Welt getan zu haben.<br />
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www.meinetwegen.ch<br />
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		<title>Fabian Cancellara und ich</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jul 2008 14:38:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johannes</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[	Ich begehe Verkehrsdelikte. Täglich 7 an er Zahl. Auf dem Weg zur Arbeit missachte ich einen Linksabbieger, fahre durch zwei Einbahnstrassen, nehme durchschnittlich drei Fussgängern den Vortritt am Zebrastreifen und fahre konstant mit übersetzter Geschwindigkeit in Tempo 30. Das ist verboten und macht Spass.
	Und ich fühle mich dabei wie mein bester Freund aus der Zeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[	<p>Ich begehe Verkehrsdelikte. Täglich 7 an er Zahl. Auf dem Weg zur Arbeit missachte ich einen Linksabbieger, fahre durch zwei Einbahnstrassen, nehme durchschnittlich drei Fussgängern den Vortritt am Zebrastreifen und fahre konstant mit übersetzter Geschwindigkeit in Tempo 30. Das ist verboten und macht Spass.</p>
	<p>Und ich fühle mich dabei wie mein bester Freund aus der Zeit meiner frühesten Jugend, der damals an der Spitze des Nachwuchses im Schweizer Radsport mitgefahren ist. Der Höhepunkt seiner Jahresplanung war jeweils das 6-Tagerennen im Zürcher Hallenstadion.</p>
	<p>Und auch für mich - schon damals komplett unsportlich, Kettenraucher und mit Neigung zur Fettleibigkeit - waren die Tage im Zürcher Hexenkessel wie für andere Basler die Fasnacht. Sechs Tage schlichen wir, die treusten Fans eben dieses Freundes, durch die Katakomben der Arena, schliefen auf den Bänken und ernährten uns von Bratwurst, Pommes und Bier, um immer dann, wenn sich der Nachwuchs im &#8220;American&#8221; die Beine aus dem Leib strampelte, brüllend und Fahnen schwingend am Geländer zu hangen.</p>
	<p>Noch fehlt das Gebrüll an Wegrand meines privaten Kurzstrecken-Zeitfahrens . Mal kreischt eine verängstigte Grossmutter oder ein Hundhalter wirft mir seinen Robbydog-Sack hinterher. Ansonsten entzieht sich mein persönlicher Erfolg der Öffentlichkeit.</p>
	<p>Das könnte anders sein. Ich spiele mit dem Gedanken, zwischen Das Schiff im Rheinhafen und den Basel City Studios im Dreispitz ein illegales Radrennen zu veranstalten. Eines auf Zeit und mit freier Strecken- und Deliktewahl. Eine Art Brislauf auf dem Velo - ohne Birs und Alkohol dafür mit massig anderen Drogen: EPO, Insulin-like Growth, Gonadotrophins und wie sie alle heissen. Und selbstverständlich stünde es den Teilnehmern auch frei, sich auf dem Weg vorbei am Nordstern eine Linie Koks zu ziehen.</p>
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Johannes Sieber hat sich dank der Neuwertversicherung seines gestohlenen Moutainbikes einen schnittigen Cityflitzer leisten können. Für den Kuppler schreibt er einmal im Monat von der Banalität des Alltäglichen und hofft, damit seinen Beitrag zur Verbesserung der Welt getan zu haben.<br />
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